Agrobiodiversität
Vielfalt als Markenzeichen
des Bergischen Landes

Das Bergische Land steht für Vielfalt. Einerseits ist die Region zwischen Wupper und Sieg eine ausgesprochene Milchviehregion. Doch neben der dominierenden Milchviehhaltung haben die Landwirte an ungünstigeren Standorten Alternativen gesucht. Heute finden sich daher im Bergischen die verschiedensten Pferderassen ebenso wie seltene Schaf- und Hühnerrassen.



Die
tierische Vielfalt ist ein Markenzeichen des Bergischen Landes: Die Region ist ein Schwerpunkt der Landschafzucht in Nordrhein-Westfalen. Auf den hiesigen Weiden grasen dazu rund 40 verschiedene Rinderrassen, viele Pferdezuchtbetriebe präsentieren die unterschiedlichsten Tiere. Im Bergischen Land werden unter anderem Senner Pferde gezüchtet. Diese Rasse stammt aus der Heideregion rund um die Senne und wird seit ca. 1160 n. Chr. für die Reiterei eingesetzt. Weltweit sind gerade einmal 22 Stuten registriert - der zweitgrößte Bestand findet sich im Bergischen Land.


PDF Datei der Tafel 7

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Vielfalt existiert ebenfalls auch im Bereich der Milchproduktion - wenn auch hier die speziell für die Milchproduktion gezüchteten schwarzbunten und rotbunten Kühe dominieren. Es wird  Fleckvieh gemolken, bayerisches Braunvieh oder Jersey-Kühe von den Kanalinseln. Oder das Rote Höhenvieh: Die repräsentieren die typische Mittelgebirgsrasse. Sie verfügen über eine ordentliche Milchleistung, liefern bestes Fleisch und wären sogar noch in der Anspannung nutzbar - wie früher die Dreinutzungs-Rinder.

Denn ehemals mussten auf den Höfen die Kühe Milch geben, Bullen die Fleischversorgung sichern und die Ochsen wurden vor dem Pflug gespannt. Auch das Rote Höhenvieh ist heute wieder im Bergischen beheimatet - genau so wie die robusten Schottischen Hochlandrinder oder die Alpenländischen Pinzgauer Kühe.

Ein Groß
teil der Agrobiodiversität ist ebenso die Pflanzenvielfalt in den Gärten und auf den Äckern. Gerade in den Gärten bemühen sich immer mehr Menschen, traditionelle Pflanzen wie den Wolle Pitter - eine Bohnensorte - zu erhalten. Oder die Hortensie, eine ehemals asiatische Pflanze, die seit mehr als 200 Jahren Bergische Gärten prägt.

Spätestens auf den Streuobstwiesen trifft sich die Vielfalt von Pflanzen und Tieren am besten dann, wenn unter alten Apfelsorten Kühe der verschiedensten Rassen weiden.