Milchwirtschaft Hochsauerlandkreis

Der Hochsauerlandkreis zählt zu den wichtigsten Milchregionen des Landes Nordrhein-Westfalen.

Es dominieren Familienbetriebe, die sich über Jahrhunderte mit ihrer Wirtschaftsweise an das hügelige Land und das spezielle Klima des Sauerlandes angepasst haben. Da die Böden nicht so nährstoffreich sind wie beispielsweise im Münsterland oder am Niederrhein, hat sich hier eine Landwirtschaft mit hohem Grünlandanteil entwickelt. Das bedeutet, dass weniger Ackerbau und dafür mehr Tierhaltung (Milchkühe, Fleischrinder, Schafe) praktiziert wird. Die Milchvieh- und Fleischrinderbetriebe des Kreises haben einen großen Anteil an der Entwicklung der wertvollen Kulturlandschaft.

Insgesamt gibt es im Hochsauerlandkreis etwas mehr als 1450 landwirtschaftliche Betriebe, die fast 55.300 Hektar Fläche bewirtschaften. Damit ist ein durchschnittlicher Betrieb rund 38 Hektar groß. Rund 43 Prozent der Betriebe werden im Haupterwerb bewirtschaftet, der Landesschnitt liegt bei rund 50 Prozent.

Eine besondere Rolle nehmen die Milch erzeugenden Betriebe ein. Fast 500 Betriebe halten etwa 22.500 Kühe. Im Schnitt hat jeder Betrieb 45 Milchkühe. Die am häufigsten vorkommende Milchviehrasse im Kreis ist die Rasse „Deutsche Holstein“, die es als schwarzbunten und rotbunten Schlag gibt. Sauerländische Milchkühe liefern zwischen 7.500 und 8.000 Liter Milch pro Jahr – ein für Nordrhein-Westfalen durchschnittlicher Wert.

Referinghausen wird geprägt durch seine Milchwirtschaft. Hier leben mehr Kühe (ca. 400) als Einwohner (rund 250). In fünf Vollerwerbsbetrieben werden täglich rund 8.000 Liter Milch erzeugt, das sind etwa 40 volle Badewannen.

Referinghausen war seit seiner Entstehung eine bäuerliche Siedlung, die erstmals im Jahr 1269 urkundlich erwähnt wurde. Trotz schwieriger Bodenverhältnisse und geringer Niederschläge lebten die Bewohner hauptsächlich von der Landwirtschaft. Allerdings mussten die Höfe mit vergleichsweise wenig Land und einem kargen Lohn auskommen. So sah man sich hier schon früh nach zusätzlichen Erwerbsquellen um. Auch heute sind in der Landwirtschaft mehrere Standbeine gängige Praxis. Aufgrund der Nähe zum Ruhrgebiet bot der Tourismus seit dem vergangenen Jahrhundert ein attraktives Zubrot. Erholungssuchende aus den großen Revierstädten entdeckten das Sauerland und verlebten in einfachen und bezahlbaren Quartieren auf dem Bauernhof ihre „Sommerfrische“ (heute „Urlaub auf dem Bauernhof“). Traditionell beziehen im waldreichen Sauerland viele Landwirte ein zusätzliches Einkommen aus der Forstwirtschaft.