Milchregion Niederrhein

In Deutschland werden 20 Prozent der gesamten europäischen Milch gemolken. Eine der zentralen Milchregionen ist der Niederrhein: Fruchtbares Land, ebene und gut zu bearbeitende große Flächen zeichnen die Gegend um Kleve aus. Hier prägen die großen Weide- und Ackerflächen der knapp 500 Milcherzeuger mit ihren insgesamt circa 56.000 Milchkühen – mit der „Holstein-Schwarzbunte“ als stärkste vertretende Milchkuhrasse - das Landschaftsbild.

In den letzten 30 Jahren hat sich wie in ganz Deutschland auch im Kreis Kleve auf allen Ebenen des Milchmarkts ein Strukturwandel vollzogen. Auf der Seite der Milcherzeuger hat es dazu geführt, dass drei Viertel der ursprünglichen Milchviehbetriebe aufgehört haben, Milch zu erzeugen. Die Zukunftsstrategien der verbleibenden Höfe sind unterschiedlich. Die einen setzen auf Betriebsvergrößerung, um tiefen Milchpreisen durch höhere Milchmengen und Effizienzverbesserungen entgegenzutreten. Die anderen suchen sich weitere Einkommensquellen wie Einnahmen aus der Direktvermarktung, der Energieproduktion (z. B. Solaranlagen auf großen Hofdächern oder Windkrafträder) oder aus dem Tourismus.

Die Voraussetzungen für die Milchviehbetriebe im Kreis Kleve waren gut, um sich schon früh auf einen freien Milchmarkt einzustellen und in neue moderne Ställe mit größeren Herden zu investieren. Einerseits stand genügend Land für den Anbau von Futterpflanzen für die eigenen Tiere zur Verfügung (für zwei Kühe etwa ein Hektar Land – das entspricht der Größe von circa anderthalb Fußballfeldern). Anderseits war ausreichend Land vorhanden, um gemäß der deutschen Düngeverordnung die gesamte anfallende Gülle (Urin und Kot der Kühe) – z. B. zum Düngen der eigenen Felder - verwerten zu können.

In Nordrhein-Westfalen haben derzeit noch 82 Prozent der Milchkühe die Möglichkeit zum Weidegang. Durchschnittlich stehen im Kreis Kleve rund 120 Kühe im Stall, die zu den besten ihrer Art mit einer durchschnittlichen Lebensleistung von fast 30.000 Litern zählen. Diese Milchleistung ist ein Zeichen dafür, dass es den Kühen auch auf großen milchwirtschaftlichen Betrieben gut geht. Denn die Milchmenge kann nur gemolken werden, wenn Haltungsbedingungen und Futtergrundlage stimmen und sich die Kühe wohl fühlen.