Die Milchkuh
Wie die Milch entsteht

Kühe sind wie Pferde Pflanzenfresser, nutzen aber als Wiederkäuer wie auch Schafe die Nahrung weit besser aus. Das Gebiss des Rindes enthält beim erwachsenen Tier 32 Zähne. Die Nahrung durchläuft vier Mägen (Pansen, Netzmagen, Blättermagen, Labmagen). Daran schließt sich der Dünn- und Dickdarm mit einer Länge von 35 bis 60 Metern an.

Die Kuh reißt mit ihren Schneidezähnen ein Grasbüschel ab, den sie mit der Zunge gefasst hat. Zuerst einmal wird fast nicht gekaut. Das Futter wird mit etwas Speichel abgeschluckt und kommt durch den Schlund in den Pansen. Der Pansen ist der erste Magen. Er funktioniert wie eine mächtige Gärkammer. Insgesamt nimmt er 50 bis 60 Kilo Futter auf. Bakterien und Einzeller bevölkern den Pansen,  produzieren bei ihrer Tätigkeit Säure und schließen die Nährstoffe auf.

Der große Vorteil der Wiederkäuer ist, dass sie die für andere Tierarten unverdauliche Rohfaser als Nährstoffquelle nutzen können. Neben genügend Rohfaser benötigt die Kuh aber auch Energie in Form von leicht verdaulichen Stoffen wie z.B. Kohlenhydraten und Eiweiß. Kühe mit einer hohen Milchleistung haben auch hohe Energieansprüche.

Darum muss die Ernährung sehr ausgewogen sein. Landwirte errechnen daher leistungsbezogene Futterrationen für ihre Tiere. Je nach Futterqualität des Grobfutters (Weide, Heu, Silage) und der jeweiligen Milchleistung der Kuh bekommt sie dann unterschiedliches Ergänzungsfutter wie Getreide oder Mais.





Die Milchabgabe, auch Laktation genannt, beginnt nach der Geburt des ersten Kalbes einer Kuh. Üblicherweise kalben Kühe erstmalig in einem Alter von 24-32 Monaten. Kalb und Kuh werden etwa eine Woche nach der Geburt getrennt. Das Kalb kommt mit anderen Kälbern in die Aufzucht. Die Kuh schließt sich dann den anderen milchgebenden Kühen an und wird in der Regel zweimal täglich gemolken. Die Laktationszeit dauert im Schnitt zehn Monate. Die Kuh kann sich dann rund zwei Monate auf das nächste Kalb vorbereiten.