Milchwirtschaft im Bergischen Land

Das Besondere im Bergischen Land ist, dass Wiesen und Weiden selten zusammenhängend in der Nähe des Hofes sind und manche sogar einige Kilometer voneinander entfernt liegen. Die landwirtschaftlichen Flächen erstrecken sich in der Regel an Hängen und werden von Wäldern und Bächen begrenzt. Diese landschaftlichen Bedingungen und die Anzahl der Familienarbeitskräfte begrenzen das Wachstum der bergischen Betriebe, so dass es immer schwieriger wird, steigende Kosten aufzufangen. Wegen der vielen Hangflächen, der hohen Niederschläge von 1200-1400 mm/Jahr und der nährstoffarmen Böden gibt es zur Grünlandwirtschaft mit Milcherzeugung kaum eine Alternative im Bergischen Land.

Im Oberbergischen Kreis gibt es rund 350 Milchviehbetriebe, in denen über 18.000 Milchkühe gemolken werden. Viele Hofstellen werden im Nebenerwerb bewirtschaftet, das heißt der Landwirt hat zwei Jobs - irgendwo meist als Arbeitnehmer und dann noch in der eigenen Landwirtschaft.

Lendringhausen (Standort der Milchwegtafel 4) ist auch im Bergischen Land etwas Besonderes. In diesem kleinen Dorf mit rund 50 Einwohnern sind drei landwirtschaftliche Betriebe angesiedelt. Drei Familien leben hier von und mit der Milchviehhaltung und prägen Dorf und Landschaft. Insgesamt werden über 250 Hektar im Raum Wipperfürth bewirtschaftet und 250 Kühe gemolken. Legt man die im Oberbergischen durchschnittliche Milchproduktion von rund 7.000 Litern pro Kuh zu Grunde, holt der Milchtankwagen jeden zweiten Tag etwa 10.000 Liter oder auf das Jahr umgerechnet rund 1,75 Millionen Liter Milch ab.