Agrobiodiversität

Vielfalt als Markenzeichen des Bergischen Landes

Die landwirtschaftliche biologische Vielfalt (Agrobiodiversität) umfasst alle Bestandteile der biologischen Vielfalt, die von Bedeutung für die Ernährung und für die Landwirtschaft sind.

Dazu gehören:

  • alle domestizierten Tier- und kultivierten Pflanzenarten
  • Bestandteile, die zur Erhaltung der Schlüsselfunktionen der landwirtschaftlichen Ökosysteme beitragen - zum Beispiel Bienen zur Bestäubung von Pflanzen oder Nützlinge zur Abwehr von Schädlingen
  • vom Menschen betreute Wildtier- und Wildpflanzenbestände

Das Bergische Land steht für Vielfalt. Einerseits ist die Region zwischen Wupper und Sieg eine ausgesprochene Milchviehregion. Doch neben der dominierenden Milchviehhaltung haben die Landwirte an ungünstigeren Standorten Alternativen gesucht. Heute finden sich daher im Bergischen seltene Schaf- und Hühnerrassen ebenso wie die verschiedensten Pferderassen (z. B. gibt es hier den zweitgrößten Bestand an Senner Pferde).

Vielfalt existiert aber auch im Bereich der Milchproduktion - wenn auch hier die speziell für die Milchproduktion gezüchteten schwarzbunten und rotbunten Kühe dominieren. Es wird Fleckvieh gemolken, bayerisches Braunvieh oder Jersey-Kühe von den Kanalinseln. Oder das Rote Höhenvieh: Diese repräsentieren die typische Mittelgebirgsrasse. Sie verfügen über eine ordentliche Milchleistung, liefern bestes Fleisch und wären sogar noch in der Anspannung nutzbar - wie früher die Dreinutzungs-Rinder.

Ein Großteil der Agrobiodiversität ist die Pflanzenvielfalt in den Gärten und auf den Äckern. Gerade in den Gärten bemühen sich immer mehr Menschen, traditionelle Pflanzen wie den Wolle Pitter - eine Bohnensorte - zu erhalten. Oder die Hortensie, eine ehemals asiatische Pflanze, die seit mehr als 200 Jahren Bergische Gärten prägt.

Spätestens auf den Streuobstwiesen trifft sich die Vielfalt von Pflanzen und Tieren, wenn unter alten Apfelsorten Kühe der verschiedensten Rassen weiden.